Die Herbstfahrt 2019

Die Hintour
Dadurch, dass ich als Grundschüler selbst auf der Herbstfahrt in Dahnsdorf mit dabei war, war ich besonders gespannt, wie ich die Fahrradstrecke und das Gelände jetzt, ca. zehn Jahre später, wahrnehme. Unterschied diesmal, dass ich nicht mehr als Schüler dabei war, sondern als Einzelfallhelfer.
Ich war im Vorhinein etwas aufgeregt, immer wieder ging ich meine Gepäckliste durch am Sonntag, ich dachte dauernd, es fehlt noch irgendetwas.
Am Montag war es dann soweit, mit einem vollbepackten Fahrrad kam ich zur Schule, mit Zelt, Fahrradtaschen, Isomatte und einem großen Rucksack. Nachdem wir unser Gepäck, bis auf die Fahrradtaschen, in das Gepäckauto eingeladen hatten, fuhren wir los, gegen neun Uhr morgens.
Zunächst ging es durch Potsdam, über Potsdam Hauptbahnhof nach Hermannswerder, Richtung Caputh.
Ich war erstaunt, wie gut die Stimmung an diesem Montagmorgen war, niemand haderte, dass jetzt eine ca. 60 km lange Fahrradtour vor uns lag. Es war interessant, denn immer wieder kamen Erinnerungen hoch bei der Fahrradtour, Erinnerungen aus meiner Freie-Schule-Zeit als Kind.
Mit kleinen Pausen zwischendurch fuhren wir durch Caputh, über Ferch, Richtung Borkheide, wo wir eine große Pause machten. Gegen 17 Uhr kamen wir dann endlich in Dahnsdorf an.
Fahrrad fahren war schon früher kein Problem für mich, es macht mir einfach Spaß, vor allem bei so schönem Wetter, wie wir es hatten. Ich hätte auch noch ein paar Kilometer weiter fahren können, ich hatte diesen Sommer schon zwei Radtouren mit Freunden gemacht und war dadurch gut im Training.
Auf dem Gelände angekommen, fühlte ich mich gleich geborgen, es sah auch noch Vieles so aus, wie ich es in Erinnerung hatte.
Das Ankommen war etwas stressig, wir hatten uns ein wenig verspätet und mussten dann sehr schnell die großen Kohten und die Zelte aufbauen.
Das Küchenteam hatte auch einiges zu tun, denn bevor gekocht werden konnte, musste die Küche erst noch eingerichtet werden. Gasflaschen mussten angeschlossen werden und die Lebensmittel wurden sortiert, und dann konnte gekocht werden.
Die Kohten nahmen wir uns als erstes vor, es dauerte ein wenig, bis wir die Seitenwände befestigt hatten, da viele Kinder auch noch mit dem Aufbau ihres eigenen Zeltes beschäftigt waren. Als wir das Mittelteil, das die Kohte zusammenhält, aufgebaut hatten, ging es schnell, bis die Kohte stand.
Anschließend konnte ich mich noch meinem eigenen Zelt widmen. Es wurde auch schon langsam dunkel, doch zum Glück stand mein Zelt schon, kurz bevor es Abendessen gab.
Die Kochgruppe hatte schon gekocht, es gab Nudeln mit Tomatensauce, alle waren hungrig von der langen Fahrt und vom Aufbauen.
Nach dem Essen waren viele schon sichtlich müde, wir machten noch eine Werwolf-Runde und anschließend war Nachtruhe für die Kinder. Wir Erwachsenen saßen noch ein bisschen am Feuer, bis wir alle auch zu müde waren.

Die Angebote
Der nächste Tag startete erstmal mit dem Frühstück, um acht Uhr morgens.
Nach dem Frühstück stellten die Pädagogen ihre Angebote vor: Dafür trafen wir uns, wie bei der abendlichen Werwolf-Runde, am Feuer.
Es gab verschiedene Angebote für die Kinder, von Kochen, Einkaufen bis Wimpel basteln, ansonsten wurde noch Siebdruck angeboten und eine Gruppe kümmerte sich um das Feuerholz.
Über den Tag gab es zwei Gruppenzeiten, eine vor dem Mittagessen und eine nach der Mittagspause.
Ich war bei der Gruppe meines Einzelfallkindes dabei, um ein Auge auf ihn werfen zu können. In unterschiedliche Angebote schauten wir rein. Montag und Dienstag waren wir vormittags bei der Einkauftruppe, etwa vier Kilometer vom Gelände entfernt gibt es einen Supermarkt. Nachmittags waren wir dann bei der Feuerholzgruppe, die Arbeit bestand aus Holz holen, zersägen und sortieren. Am nächsten Tag waren wir bei Achims Angebot, er bot kreatives Schnitzen für die Kinder an. Dort entstanden sehr schöne aus Holz geschnitzte Kugelschreiber für den Sozialen Tag, geschnitzt von den Kindern.
Am Donnerstag unterstützte ich noch die Kochgruppe, was mir sehr Spaß machte. Denn ich koche einfach gerne, dazu war die Arbeitsatmosphäre schön in der Outdoor-Küche. Vor allem unsere pürierte Zucchini-Sauce kam gut an.
Am Donnerstagnachmittag fand dann noch das traditionelle Fußballspiel, Kinder gegen Erwachsene, statt. Das war sehr spaßig, denn meist entstand ein großes Knäuel von  Kindern, wenn ein Erwachsener am Ball war, das machte die Sache nicht gerade einfach.
Die Zeit nach dem Spiel nutzten wir schon mal, um das Gelände aufzuräumen und eine Kohte und einige Zelte abzubauen. Am Abend saßen wir Erwachsenen noch etwas länger am Feuer. Wir ließen die Woche mit einigen lustigen und interessanten Geschichten ausklingen.

Die Rücktour
Der Freitagmorgen war sehr kalt und ich hatte nur wenige Stunden geschlafen. Zudem hatten wir nur wenig Zeit die Zelte abzubauen, da das Gepäckauto schon früh da war.
Nachdem wir mit Frühstück fertig waren und wir das Gelände noch ein wenig aufgeräumt hatten, fuhren wir los. Unser Proviant reichte für ein ordentliches Picknick. Wir hatten glücklicherweise wie auf der Hintour schönes, sonniges Wetter.
Auf den Rädern steigerten wir etwas das Tempo und legten auch weniger Pausen ein, denn alle wollten nach Hause. Trotzdem war die Stimmung gut, wir waren zwar alle durchaus fertig von der Woche, doch niemand beschwerte sich über die lange Fahrt. Es fühlte sich so an, als wären wir durch die Hintour und von der Woche abgehärteter als noch am Montag.
Gegen 15 Uhr kamen wir in der Schule an, dort warteten die Eltern und das Gepäckauto.
So ging eine schöne Woche zu Ende, ich war durchaus erschöpft und glücklich, dass die Woche so gut verlief.

Eddie Hans Sende