6. Klasse Obere Etage, Freie Schule Potsdam

Ich arbeite seit diesem Schuljahr als Einzelfallhelfer an der Freien Schule Potsdam.
Ich war früher selbst von der 1. bis zur 6. Klasse auf der Schule. Deswegen war ich sehr erfreut, als ich dieses Jobangebot bekam.
Einige Lehrer kannte ich auch noch von früher, ansonsten hatte ich auch immer mal wieder mit der Freien Schule zu tun.
Zum Beispiel unterstützte ich meinen Vater bei den Dreharbeiten für den Freie-Schule-Film, wo wir unter anderem auf dem Eichhof filmten. Ansonsten kann ich mich noch sehr gut an die Dreharbeiten beim Sommerfest erinnern. Das war für mich sehr bewegend, sowohl früher als Schüler als auch einige Jahre später beim Dreh.
Ich begleite einen Sechstklässler und er ist in der Klasse von Birgit, dadurch habe ich auch meistens mit den Kinder der 5. und 6. Klasse zutun.

Der Tag beginnt mit dem Morgenkreis, hier hat jeder die Möglichkeit, etwas zu erzählen. Egal, ob private Dinge oder Anliegen über den Schulalltag, man muss aber auch nichts erzählen, wenn man sich nicht danach fühlt.
Nach dem Morgenkreis geht es in die 1. Gruppenzeit, sie dauert eine Stunde bis 10 Uhr.
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ist von halb bis zwölf Mentorenkreis, hier werden hauptsächlich organisatorische Dinge besprochen, wie zum Beispiel die Planung der Runden Runde oder Ehemaligentreffen und Klassenfahrten.
Die Schüler sind sehr offen und interessiert, und man kommt schnell mit ihnen ins Gespräch.
Die verschiedenen Unterrichtsfächer haben auch unterschiedliche Räume.
Im Deutschraum findet immer der Morgenkreis unserer Klasse statt, ansonsten gibt es noch einen Englischraum, Naturwissenschafts-Raum, Matheraum und einen Musikraum, alles auf der Oberen Etage. Die 2. Gruppenzeit geht dann von 10:30 bis 11:30 Uhr,  anschließend geht es runter in den Essensraum zum Mittagessen.
Die Mittagspause geht bis 13 Uhr, dann ist nochmal bis 14 Uhr Gruppenzeit.
Auch nachmittags haben die Kinder noch die Möglichkeit, in der Schule zu bleiben.
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, zum Beispiel in der Werkstatt oder im Kletterraum.
Auch der Schulhof bietet einige Optionen, im Sommer ist die Matschkuhle sehr beliebt, ansonsten haben die Kinder zum Teil eigene Beete, wo sie verschiedenen Sachen anpflanzen können. Einen Bolzplatz zum Fußball spielen gibt es auch.
Freitags finden bis zum Mittagessen die Freitagsangebote statt.
Hier bieten die Pädagogen verschiedene Sachen für die Kinder an.
Ein Freitagsangebot bietet Birgit im Deutschraum an, hier verfassen wir verschiedene Texte auf der Homepage der Oberen Etage. Neben den Kindern schreiben auch wir Erwachsene Texte für die Website. Es gibt auch noch viele weitere Freitagsangebote, zum Beispiel Kickern und Fußball spielen auf dem Bolzplatz.

Die Schüler der 6. Klasse fertigen eine Facharbeit an. Hierfür sucht sich jeder Schüler einen Bezugslehrer aus, einmal die Woche treffen sich die beiden, um zu besprechen, wie der Stand ist.
Hauptsächlich fertigen die Schüler die Facharbeit allerdings zu Hause an, gelegentlich gibt es auch die Möglichkeit, in der Schule daran zu arbeiten.

Das freie Lernen und die Selbstständigkeit werden gefördert und es wird probiert, dass der Spaß am Lernen nicht verloren geht. Das Ziel bleibt aber, die Schüler optimal auf die kommende Schulzeit vorzubereiten. Ich empfinde die Schule, wie früher, als sehr lebendig. Die Kinder haben immer Mitspracherecht und es wird viel kommuniziert, die Schüler sollen nicht nur ihre Gruppenzeiten absitzen, sondern zusammen eine schöne Zeit erleben. Vor allem bei den Klassenfahrten erlebt man viel zusammen und sie fördern die Gruppendynamik. Was ich selbst als Schüler auch so wahrnahm, ist, dass man seine Mitschüler bei Fahrten nochmal besser kennenlernt.
Zehn Jahre später hat sich seit meiner Zeit als Schüler rein optisch nicht viel verändert.
Vieles ist noch so, wie ich es in Erinnerung habe und blau ist sie auch noch 😉
Der Unterricht hat sich nach meinem Empfinden allerdings schon etwas verändert.
Man hat die Unterrichtsinhalte etwas angepasst, sodass es mehr dem Unterricht an weiterführenden Schulen ähnelt.
Auf Frontalunterricht wird weiter verzichtet, dafür probiert man in der 6. Klasse, die Schüler mehr mit Sachen zu konfrontieren, die sie zukünftig in der Schule erwarten.
Zum Beispiel mehr Hausaufgaben, Präsentationen und Auseinandersetzung mit Medien und Präsentationsformen.
Ich bin wie früher gerne hier und finde es spannend, die Entwicklung der Schüler an der Freien Schule Potsdam zu beobachten.
Eddie Hans Sende